Hintergrundinformationen
zum Motiv:
Brot
für Myra
Es
wird erzählt, dass einmal in der Stadt Myra große Not herrschte.
Das Jahr über hatte es zuviel geregnet, und die ganze Ernte war verdorben.
So konnten die Bauern kein Getreide dreschen, die Müller kein Mehl
mahlen und die Bäcker kein Brot backen. Die Geschäfte waren ganz
leer. Und die Kinder weinten vor Hunger.
Gott
hat uns verlassen, sagten die Menschen. Bischof Nikolaus versuchte, sie
zu trösteten, und betete mit ihnen. Aber Brot hatte auch er nicht.
Eines
Tages legte im Hafen ein Schiff aus Ägypten an, das Getreide geladen
hatte. Schnell hatte sich diese Neuigkeit herumgesprochen und die Menschen
liefen am Kai zusammen, um Korn zu kaufen. Sie wollten sogar sehr viel
dafür bezahlen. Doch die Seeleute waren nicht bereit ihnen etwas zu
geben, weil die Ladung für den Kaiser bestimmt war.
Da
ging der Bischof Nikolaus selbst zu den Seeleuten. "Helft doch den armen
Menschen!", bat er inständig. "Und was sagen wir den Leuten des Kaisers?"
entgegnete der Schiffsführer. "Sie werden uns bestrafen, wenn etwas
fehlt." "Das soll nicht eure Sorge sein. Schiebt alles auf mich, wenn ihr
Ärger bekommt. Habt keine Angst." Weil der Bischof so überzeugend
sprach, gaben sie ihm schließlich nach.
Sie
schleppten Kornsäcke vom Schiff herunter; und der Bischof sorgte dafür,
dass das Mehl gerecht unter die Menschen verteilt wurde. Alle aßen
und wurden satt. Das Schiff aber fuhr weiter nach Konstantinopel. Und als
dort die Ladung gelöscht wurde, stellten die Seeleute verwundert fest,
dass nicht ein einziges Korn fehlte.
