| Vereinschronik
Die Chlausenzunft
ist einer der jüngeren Vereine im Dorf. Gegründet wurde sie am
23.10.1998 im Beisein von 43 Mitgliedern. Die Wurzeln der Zunft reichen
50 Jahre zurück. In den Fünfzigerjahren des letzten Jahrhunderts
liess sich die Jungmannschaft Chlausenkleider schneidern.

Ab dann besuchten
drei Chläuse regelmässig am 6. Dezember die Familien in Egerkingen.
In den 70er und 80er Jahren übernahm die Jugendgruppe Egerkingen diese
Tradition bis dann alt gediente Mitglieder die Chlausenzunft ins Leben
riefen. Der Hl. Nikolaus, auf den sich dieses Brauchtum stützt lebte
um das Jahr 300 in der heutigen Türkei. Wahre Geschichte, Legende
und Brauchtum verbinden sich bei der Person des Nikolaus zu einem liebenswerten
Gesamtbild: Nikolaus, der Heilige und Freund der Kinder, der Patron der
Gefangenen, der Schutzheiligen für eine gute Heirat, Bischof, Märtyrer,
Bekenner und Nothelfer. Was könnte man nicht noch alles aufzählen,
das diesen volkstümlichen Heiligen auszeichnet und charakterisiert.
Neben den schönen Familienbesuchen hat die Chlausenzunft weitere Aktivitäten
entwickelt.

Seit 1996 wird
ein Aussenden des Bischofs in der Kirche gefeiert mit anschliessendem Laternenzug
entlang der Martinstrasse. Im Jahre 1997 organisierte die Chlausenzunft
erstmals ein Laternenbasteln für Eltern und Kinder. Diese Tradition
wurde fortgeführt und es entstehen jedes Jahr 20 bis 30 Laternen,
welche die Kinder am Umzug mittragen. Seit 2003 zieht eine Schar Jugendlicher
am Umzug mit, die mit Klöppeln den Umzug akustisch verschönern.
Ein Jahr später konnte die Treichlergruppe Oberbuchsiten in den Umzug
eingebunden werden.
Die Chlausenzunft
hat auch das Palmenbinden vor dem Palmsonntag von der Jugendgruppe übernommen.
Nachdem jahrzehntelang keine Palmen mehr gebunden wurden, entstanden unter
der Leitung von Wolfgang von Arx die ersten 5 Meter hohen Palmbäume.
Im Laufe der Jahre wurden zwar die Bäume immer etwas kürzer,
dafür die Anzahl Jahr für Jahr grösser.
Ein alter verloren
gegangener Brauch in Egerkingen war, dass Jugendliche anstelle der Glocken
mit Rären die Leute in die Kirche riefen. Mit einem Nachbau einer
solchen Räre durch Wolfgang von Arx und Martin Fischer konnte 2003
der Brauch wieder belebt werden. In der Karwoche 2005 kam auch eine der
alten drei Rären wieder zum Einsatz, nachdem sie jahrzehntelang auf
einem privaten Estrich schlummerte.

Die Chlausenzunft
ist ein selbständiger Verein mit Satzungen. Geleitet wird die Zunft
von einer Zunftmeisterin oder einem Zunftmeister ( 1997-2001 Regula Fischer,
2001-2005 Edith Fischer-Wagner, 2005-2008 Dominik Studer, 2009 Andrea Vogel-von
Arx, aktuell Sandra Masson). Die Zunft bezweckt die Pflege des St. Nikolaus-Brauchtums
in der Gemeinde Egerkingen. Gesellen werden am Chlausen-Bott nach bestandener
Prüfung als Mitglieder im Verein aufgenommen. Aufgrund der vielen
Jugendlichen, die sich vor allem als Schmutzli betätigen ist das Durchschnittsalter
im Verein bei 20 Jahren und dies verteilt auf 50 Köpfe. Neue Mitglieder,
die altem Brauchtum neue Inhalte geben wollen und die gerne mit jung und
alt zusammenarbeiten, sind jederzeit willkommen (siehe auch unter "Mitglied
werden") |